Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Mäusebussard 5F

Am 12. November 2014 haben wir bei Lage-Wellentrup am Horst eines Rotmilans eine Kamera installiert (wir berichteten). Nicht weit davon entfernt hielt sich ein junger Mäusebussard mit den gelben Flügelmarken 5F auf. Jetzt hat uns Prof. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld über seine Herkunft aufgeklärt. Der Vogel wurde von ihm dieses Jahr am 1. Juni östlich von Melle zusammen mit seinen beiden Geschwistern beringt. Dabei erhielt der Jungbussard gelbe Flügelmarken. Das Team von Oliver Krüger verwendet erstmals seit diesem Jahr diese Flügelmarkenfarbe. Seine Gefiederfärbung weist ihn als mittlere Morphe aus. Unsere Meldung des Vogels war zugleich auch die Erstbeobachtung. Der Mäusebussard hat sich inzwischen sich rund 35 Kilometer südöstlich von seiner Geburtsstätte entfernt. Hier in Wellentrup scheint es ihm zu gefallen. Denn er hielt sich auch heute, fast an gleicher Stelle wie im November, auf.

Jungbussard 5F am 12. Dezember 2014
Jungbussard 5F am 10. Dezember 2014

Samstag, 29. November 2014

Fataler Zusammenstoß

Am 19. November erhielt der Rotmilanfreund Heiko Seyer eine traurige Nachricht aus Spanien von Jesús de Lucas Veguillas. Der lippische Rotmilan mit der Kennzeichnug 5C aus Heiden, wurde am 1. November ein Verkehrsopfer. Er wurde an der Straße N211 in der Nähe der Stadt Molina de Aragón in der Region Kastilien-La Mancha nach einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug tot aufgefunden. 5C wurde am 19. September diesen Jahres zum letzten Mal gesehen. Insgesamt konnte seine Marke sieben Male abgelesen werden. Er wurde am 5. Juni 2014 in der Nähe von Heiden beringt und bekam seine Flügelmarke. Es war eine 3er Brut. Hoffen wir, das seine beiden Geschwister die gefährliche Jugendzeit über stehen.


Verkehrsopfer 5C in Spanien
5C im September 2014 am Rastplatz










Mittwoch, 26. November 2014

Nicht ganz Rotmilan...

Es sind diesmal zwar keine Rotmilane, welche die Naturfilmer Sarah Herbort und Robin Jähne vor der Kamera haben. Doch soviel verrät Jähne schon: In dem neuen Film wird auch ein Rotmilan vorkommen. Allerdings spielen diesmal Uhus die Hauptrolle. 
Nun ist es endlich so weit - der Trailer ist fertig.  Ausführlichere Informationen zu diesem Projekt gibt es auf der Homepage der Naturfilmer. "Wir freuen uns aber besonders, dass wir wieder unseren Lieblingssprecher Arne Heger mit im Boot haben", so Jähne.
Der Film entsteht übrigens in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Externsteine - wer den Trailer sieht, weiß warum :-)) Dieses Projekt ist im Moment ein wirklich freies Projekt, es hat also auch noch keine Finanzierung - "wir machen es, weil wir diese Tiere einfach so interessant finden und etwas für den Erhalt ihres Lebensraumes tun möchten", so die Filmer.
Wer sie unterstützen möchte, der kann dies natürlich gerne tun - über das Konto der Schutzgemeinschaft Externsteine - eine Spendenquittung gibt es dann auch. Bitte immer das Stichwort "Uhufilm" angeben. 

Schutzgemeinschaft Externsteine
c/o Infozentrum Externsteine
Externsteiner Str. 35
32805 Horn-Bad Meinberg 
Sparkasse Detmold
BIC: WELADE3LXXX
IBAN:  DE43 4765 0130

Dienstag, 18. November 2014

Wiedersehen nach über zwei Jahren

Manchmal müssen wir auf ein Lebenszeichen eines lippischen Red Kite länger warten. So wie jetzt bei Rotmilan CJ. Über zwei Jahre nach der Beringung im Jahre 2012 hat ihn Heiko gestern bei Ottenhausen zum ersten Mal wieder gesehen. Ottenhausen liegt im Kreis Höxter, ist aber nur zwei Kilometer von seiner lippischen Geburtstätte entfernt. Die befindet sich im Beller Holz, einem großen Waldstück am Norderteich. Der Horstbaum ist eine Traubeneiche, die ist seltener als die häufiger als Brutplatz gewählte Stieleiche. 2011 und 2012 wurden hier Rotmilane beringt. Der Horstwald beherbergt seit langem den Rotmilan. Ältere Anwohner haben uns berichtet, dass sie ihn hier schon mehr als fünfzig Jahre beobachten. Heiko kennt fast alle Brutplätze am Norderteich. Er war am 31. Mai 2012 mit dabei, als Prof. Oliver Krüger den jungen Milan beringte und die Flügelmarken anbrachte. Im Nest befanden sich insgesamt drei Küken. Für Heiko war das Wiedersehen mit dem inzwischen geschlechtreifen Rotmilan ein besonderes Erlebnis. Der Milan hat bereits zwei Überwinterungen erfolgreich überstanden. Dass dies nicht immer so ist, davon werden wir  hier an dieser Stelle in einem nächsten Beitrag berichten. Unser Rotmilan CJ gehört auf jeden Fall zu den zahlreichen Rotmilanen in Deutschland , die in diesem Jahr noch nicht weggezogen sind. Als Grund vermutet man das reiche Nahrungsangebot. Vielleicht versuchen sie den Winter ganz hier zu bleiben. Die kommenden Wochen werden es zeigen.

Rotmilan CJ fotografiert durch das Spektiv
Rotmilan CJ als nestjunger Rotmilan

Jetzt geht es nach Lübbecke und Datteln...

Die Vortragsreihe mit unserem Rotmilanfilm geht munter weiter - inzwischen sind auch schon wieder neue Termine dazu gekommen. Heute geht es um 19 Uhr ins Moorhus des NABU bei Lübbecke. Darüber freuen wir uns besonders, weil es aufgrund der Nachfrage schon das zweite Mal ist, dass wir den Film an diesem Ort zeigen. Und wir werden dort auch noch  eine kleine Überraschung mitbringen....
Am Freitag wird der Film dann ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung "Bücherwurm" in Datteln zu sehen sein - in einem ganz besonderen Ambiente - denn diese Buchhandlung ist einfach einzigartig.

Unser Kamerakasten gehörte zum normalen Leben der Milane - ab und zu wurde er auch als Klo mißbraucht
Und hier sidn die weiteren Termine:
17.12. 18:00 Uhr, Delitzsch im Tiergarten
29.01. 19:00 Uhr, Detmold-Hiddesen im Augustinum

Mittwoch, 12. November 2014

Leerstand

Die zwei Horstbesitzer sind seit dem 4. November 2014 verzogen. Sie befinden sich inzwischen auf dem Weg in ihr Winterdomizil nach Spanien oder Frankreich. Die richtige Zeit für Robin Jähne und Andreas Fettig den Rotmilanhorst unweit von Helpup zu inspizieren und eine Horstkamera anzubringen. Die beiden wollen zusammen mit Jörg Westphal im nächsten Jahr mehr über das Beutespektrum des Rotmilans erfahren. Die Kamerakonstruktion ist ähnlich der bei den Filmaufnahmen zum Rotmilan. Dafür mussten sie mit dem Hubsteiger von Andreas Fettig auf eine Höhe von exakt 21,20 Meter hinauffahren. Oben angekommen wurde das Kameragehäuse angebracht und der Horst vermessen. Mit 40 x 60 Zentimeter ist er ein recht kleiner Brutplatz, bot dieses Jahr aber ausreichend Platz für zwei Jungmilane, die hier in Helpup flügge wurden. Unweit des Rotmilanhorstes befindet sich ein Kolkrabenbrutplatz in einer großen Fichte. Dort sind sogar sechs (!) Jungvögel großgeworden. Das hat den Rotmilanfreunden ein naturinteressierter Anwohner erzählt. Nach knapp einer Stunde waren alle Arbeiten beendet. Nun hoffen die drei, dass die Horsteigentümer nach ihrer Rückkehr im nächsten Jahr die bauliche Veränderung akzeptieren und die Kamera schöne und interessante Aufnahmen liefert. Auf der Rückfahrt sichteten die drei noch einen Mäusebussard mit den gelben Flügelmarken 5F, ein Projektvogel von Prof. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld. Über diesen Vogel wird in einem nächsten Blogbeitrag berichtet.

Erfolgreicher Arbeitseinsatz am Rotmilanbrutplatz
Kleiner Rotmilanhorst - wenig Wohnraum
Rotmilanfreunde Andreas Fettig, Robin Jähne und Jörg Westphal (von links)
Mäusebussard mit gelben Flügelmarken 5F

Freitag, 7. November 2014

Lebenszeichen von L7

Gestern erhielt der Rotmilanfreund Heiko Seyer eine erfreuliche Nachricht aus Frankreich. Der Rotmilan L7 wurde als zweijähriger Vogel am 7. November 2013 an dem Ort Hammeville in der Region Lothringen von dem Französichen Naturfreund Guillaume Leblanc mit drei anderen Milanen im Feld gesehen. Somit hatte er schon mal einen Winter überstanden. Hier wird erkennbar, wie wichtig Internationale Zusammenarbeit und Koordination ist, das die Beobachtungen nicht nur gemacht, sondern auch übermittelt werden. L7 gehörte zu einer 3er-Brut aus Vossheide bei Lemgo, die am 31. Mai 2012 durch Prof.Dr.Oliver Krüger und seinem Team von der Uni Bielefeld beringt und mit Flügelmarken versehen wurde. Das Geschwisterchen R3 wurde ebenfalls im Winter 2013 in Spanien entdeckt, das dritte Geschwisterchen wurde leider unter dem Horst gerupft gefunden. Hoffen wir das L7 die Lehrjahre übersteht und bald erfolgreich brütet.