Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe im Naturwissenschaftlichen und historischen Verein für das Land Lippe e.V. stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Sonntag, 31. Januar 2016

Regenwurmjäger

Auf der intensiven Suche nach Regenwürmern war heute einmal wieder Mäusebussard EW, so wie viele seiner Artgenossen in diesen Tagen. Und er war dabei auch sehr erfolgreich. In gerade mal fünf Minuten zog der junge Bussard zwei dicke Würmer aus dem Erdreich. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage halten sich viele Regenwürmer wieder nah an der Erdoberfläche auf und sind so für den Greifvogel ein leichte Beute. Übrigens, auch bei den Rotmilanen steht Lumbricus terrestris, so die wissenschaftliche Bezeichnung des Gemeinen Regenwurmes, ganz oben auf der Speiseliste.

Mäusebussard EW bei der Regenwurmjagd

Donnerstag, 28. Januar 2016

5A überwintert bei Burgos

Unsere spanische Rotmilanfreundin Maricruz Gutierrez Camarero hat uns wieder einmal geschrieben. Sie konnte bei einer Schlafplatzzählung am 16. Januar 2016 bei Burgos unter zahlreichen Rotmilanen, einen "Lipper", mit der Flügelmarke 5A entdecken. Eine Meldung, die mich ganz besonders gefreut hat. Denn ich habe das Heranwachsen dieses Rotmilans im elterlichen Horst über einen langen Zeitraum beobachtet und dabei einen seiner ersten Flugversuche aus nächster Nähe miterlebt. Ein beeindruckendes Erlebnis. Der Jungmilan 5A ist im Frühjahr 2014 in der Nähe von Donop zur Welt gekommen und wurde wie seine beiden Geschwister am 5. Juni 2014 von Prof. Krüger und seinem Team von der Universität Bielefeld beringt und markiert. Die Entfernung vom elterlichen Brutplatz und seinem aktuellen Überwinterungsplatz beträgt 1.464 Kilometer.

Rotmilanschlafplatz bei Burgos
Entfernung Geburtsstätte und Überwinterungsort
Jungmilan 5A als Küken
Landung nach einem ersten Flugversuch

Montag, 25. Januar 2016

Extremadura

Die Extremadura: Sie gilt als eine der schönsten Regionen Europas. Angrenzend an Portugal, weist sie eine einzigartige Landschaft mit einer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt auf. Berühmt ist die Extremadura für die Stein- und Korkeichenhaine, den sogenannten Dehesas. Neben Schwarzstörchen und Kranichen überwintern hier auch viele Rotmilane. Unter ihnen ist auch der lippische Rotmilan 6B. Am 28. November 2015 wurde er in der Nähe von Jerez des los Caballeros entdeckt und auch fotografiert. Fantastische Bilder, die uns Genaro Gonzales zugeschickt hat. Rotmilan 6B ist im Frühjahr 2014 bei Vahlhausen in einer Dreierbrut zur Welt gekommen. Alle drei Jungmilane wurden am 25. Juni 2014 von Prof. Oliver Krüger beringt und markiert. Rotmilan 6B hat bei seiner zweiten Überwinterung eine imposante Strecke von über 1.938 Kilometer zurückgelegt. 

Rotmilan 6B
 6B zusammen mit einem zweiten Rotmilan
Entfernung Geburtsstätte und Überwinterungsgebiet

Sonntag, 24. Januar 2016

Neue Horstkamera

Am Rotmilanhorst in Greste hängt jetzt auch eine Kamera. Wie in Wellentrup (wir berichteten), wird sie uns hoffentlich tolle Bilder von der Jungenaufzucht liefern. Eingebaut hat sie erneut Robin mit tatkräftiger Unterstützung von Andreas und Christoph. Nach zwei Stunden war die Arbeit erfolgreich beendet. Jetzt heißt es, auf die Ankunft der Rotmilane zu warten. 

Hoch hinaus mit dem Hubsteiger
Horstkameragehäuse
Blick ins Revier des Rotmilans
Nach getaner Arbeit (von links: Robin, Christoph, Andreas und Jörg)
Jungmilane 2015 in Greste

Dienstag, 8. Dezember 2015

Rotmilan "Carlos" in Katalonien

Der Jungmilan "Carlos" verbringt seinen ersten Winter in Spanien. Unser spanischer Rotmilanfreund Joan Rodríguez hat ihn am 4. Dezember 2015 um 16:42 Uhr an einem Schlafplatz bei Torregrossa nahe der Provinzhauptstadt Lleida beobachtet und fotografiert. "Carlos" war einer von 200 Rotmilanen, die zum Schlafen in eine Pappelreihe einflogen. Dank des sehr guten Kontaktes nach Lippe war der Milan mit dem Flügelmarkencode weiß G1 schnell identifiziert. An dieser Stelle vielen Dank an Joan und Heiko. Unser Milan hat bei seiner ersten Überwinterung eine Flugstrecke von über 1.300 Kilometer zurückgelegt. "Carlos" ist in diesem Jahr in einem kleinen Wäldchen bei Brokhausen in einer Dreierbrut zur Welt gekommen. Am 13. Juni 2015 wurden er und seine beiden Geschwister von Prof. Oliver Krüger beringt und markiert. Die Meldung aus Torregrossa ist das erste Lebenszeichen von "Carlos". Sie begeistert sicherlich auch seinen Paten Karl-Heinz Busch.

Rotmilan "Carlos" am Schlafplatz in Torregrossa
Pappelreihe mit über 200 Rotmilanen
Rotmilan "Carlos" im elterlichen Horst

Freitag, 13. November 2015

Gelbe Flügelmarken

Gelbe Flügelmarken hat der Mäusebussard 6E, der sich heute im lippischen Lage an der Heßloher Straße aufhielt. Seit 2014 verwendet die Forschungsgruppe um Prof. Oliver Krüger zur Markierung der Bussarde Flügelmarken dieses Farbtyps. Mäusebussard 6E ist ein Weibchen und kam 2014 im niedersächsischen Neunkirchen als "Einzelküken" zur Welt. Weil es in diesem Jahr viele Mäuse gab, war diese 1er-Brut für den Greifvogelexperten aus Bielefeld recht ungewöhnlich. Wie auch Mäusebussard weiß EW (s. Blogbeitrag vom 5. November 2015) gehört dieser Vogel zur hellen Morphe. Beringt wurde 6E von Oliver Krüger am 1. Juni 2014. Der aktuelle Aufenthaltsort liegt knapp 35 km südöstlich von der Geburtsstätte entfernt. Ob der Mäusebussard mit den gelben Flügelmarken hier an der Heßloher Straße sein Revier hat oder eher zufällig hier gesehen wurde, bleibt auch für die Lippischen Rotmilanfreunde eine spannende Frage.

Mäusebussard gelb 6E auf einer Greifvogelsitzstange

Donnerstag, 5. November 2015

Mäusebussard weiß EW

Mäusebussard weiß EW ist ein schöner Vogel. Das meint unser lippischer Rotmilanfreund. Er hat ihn jetzt auf einem Acker nahe seines Wohnortes im Bielefelder Ortsteil Niederdornberg-Deppendorf gesichtet. Sein Gefieder ist auffällig hell. Er gehört zur hellen Morphe, so die wissenschaftliche Einstufung von Prof. Oliver Krüger. Er war es auch, der  ihn am 6. Juni 2014 beringt und markiert hat. Der Mäusebussard ist ein Weibchen und stammt aus einer Dreierbrut östlich von Werther. Er ist jetzt im zweiten Kalenderjahr. Geburtsstätte und Sichtung liegen nur knapp 2,5 Kilometer von einander entfernt. Für den Wissenschaftler an der Universität Bielefeld  ist es jetzt eine spannende Frage, ob der Mäusebussard hier in Bielefeld sein Revier hat. Unseren lippischen Rotmilanfreund würde das auf jeden Fall freuen.

Mäusebussard weiß EW im Seitenprofil
und einmal von vorne