Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Mittwoch, 26. November 2014

Nicht ganz Rotmilan...

Es sind diesmal zwar keine Rotmilane, welche die Naturfilmer Sarah Herbort und Robin Jähne vor der Kamera haben. Doch soviel verrät Jähne schon: In dem neuen Film wird auch ein Rotmilan vorkommen. Allerdings spielen diesmal Uhus die Hauptrolle. 
Nun ist es endlich so weit - der Trailer ist fertig.  Ausführlichere Informationen zu diesem Projekt gibt es auf der Homepage der Naturfilmer. "Wir freuen uns aber besonders, dass wir wieder unseren Lieblingssprecher Arne Heger mit im Boot haben", so Jähne.
Der Film entsteht übrigens in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Externsteine - wer den Trailer sieht, weiß warum :-)) Dieses Projekt ist im Moment ein wirklich freies Projekt, es hat also auch noch keine Finanzierung - "wir machen es, weil wir diese Tiere einfach so interessant finden und etwas für den Erhalt ihres Lebensraumes tun möchten", so die Filmer.
Wer sie unterstützen möchte, der kann dies natürlich gerne tun - über das Konto der Schutzgemeinschaft Externsteine - eine Spendenquittung gibt es dann auch. Bitte immer das Stichwort "Uhufilm" angeben. 

Schutzgemeinschaft Externsteine
c/o Infozentrum Externsteine
Externsteiner Str. 35
32805 Horn-Bad Meinberg 
Sparkasse Detmold
BIC: WELADE3LXXX
IBAN:  DE43 4765 0130

Dienstag, 18. November 2014

Wiedersehen nach über zwei Jahren

Manchmal müssen wir auf ein Lebenszeichen eines lippischen Red Kite länger warten. So wie jetzt bei Rotmilan CJ. Über zwei Jahre nach der Beringung im Jahre 2012 hat ihn Heiko gestern bei Ottenhausen zum ersten Mal wieder gesehen. Ottenhausen liegt im Kreis Höxter, ist aber nur zwei Kilometer von seiner lippischen Geburtstätte entfernt. Die befindet sich im Beller Holz, einem großen Waldstück am Norderteich. Der Horstbaum ist eine Traubeneiche, die ist seltener als die häufiger als Brutplatz gewählte Stieleiche. 2011 und 2012 wurden hier Rotmilane beringt. Der Horstwald beherbergt seit langem den Rotmilan. Ältere Anwohner haben uns berichtet, dass sie ihn hier schon mehr als fünfzig Jahre beobachten. Heiko kennt fast alle Brutplätze am Norderteich. Er war am 31. Mai 2012 mit dabei, als Prof. Oliver Krüger den jungen Milan beringte und die Flügelmarken anbrachte. Im Nest befanden sich insgesamt drei Küken. Für Heiko war das Wiedersehen mit dem inzwischen geschlechtreifen Rotmilan ein besonderes Erlebnis. Der Milan hat bereits zwei Überwinterungen erfolgreich überstanden. Dass dies nicht immer so ist, davon werden wir  hier an dieser Stelle in einem nächsten Beitrag berichten. Unser Rotmilan CJ gehört auf jeden Fall zu den zahlreichen Rotmilanen in Deutschland , die in diesem Jahr noch nicht weggezogen sind. Als Grund vermutet man das reiche Nahrungsangebot. Vielleicht versuchen sie den Winter ganz hier zu bleiben. Die kommenden Wochen werden es zeigen.

Rotmilan CJ fotografiert durch das Spektiv
Rotmilan CJ als nestjunger Rotmilan

Jetzt geht es nach Lübbecke und Datteln...

Die Vortragsreihe mit unserem Rotmilanfilm geht munter weiter - inzwischen sind auch schon wieder neue Termine dazu gekommen. Heute geht es um 19 Uhr ins Moorhus des NABU bei Lübbecke. Darüber freuen wir uns besonders, weil es aufgrund der Nachfrage schon das zweite Mal ist, dass wir den Film an diesem Ort zeigen. Und wir werden dort auch noch  eine kleine Überraschung mitbringen....
Am Freitag wird der Film dann ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung "Bücherwurm" in Datteln zu sehen sein - in einem ganz besonderen Ambiente - denn diese Buchhandlung ist einfach einzigartig.

Unser Kamerakasten gehörte zum normalen Leben der Milane - ab und zu wurde er auch als Klo mißbraucht
Und hier sidn die weiteren Termine:
17.12. 18:00 Uhr, Delitzsch im Tiergarten
29.01. 19:00 Uhr, Detmold-Hiddesen im Augustinum

Mittwoch, 12. November 2014

Leerstand

Die zwei Horstbesitzer sind seit dem 4. November 2014 verzogen. Sie befinden sich inzwischen auf dem Weg in ihr Winterdomizil nach Spanien oder Frankreich. Die richtige Zeit für Robin Jähne und Andreas Fettig den Rotmilanhorst unweit von Helpup zu inspizieren und eine Horstkamera anzubringen. Die beiden wollen zusammen mit Jörg Westphal im nächsten Jahr mehr über das Beutespektrum des Rotmilans erfahren. Die Kamerakonstruktion ist ähnlich der bei den Filmaufnahmen zum Rotmilan. Dafür mussten sie mit dem Hubsteiger von Andreas Fettig auf eine Höhe von exakt 21,20 Meter hinauffahren. Oben angekommen wurde das Kameragehäuse angebracht und der Horst vermessen. Mit 40 x 60 Zentimeter ist er ein recht kleiner Brutplatz, bot dieses Jahr aber ausreichend Platz für zwei Jungmilane, die hier in Helpup flügge wurden. Unweit des Rotmilanhorstes befindet sich ein Kolkrabenbrutplatz in einer großen Fichte. Dort sind sogar sechs (!) Jungvögel großgeworden. Das hat den Rotmilanfreunden ein naturinteressierter Anwohner erzählt. Nach knapp einer Stunde waren alle Arbeiten beendet. Nun hoffen die drei, dass die Horsteigentümer nach ihrer Rückkehr im nächsten Jahr die bauliche Veränderung akzeptieren und die Kamera schöne und interessante Aufnahmen liefert. Auf der Rückfahrt sichteten die drei noch einen Mäusebussard mit den gelben Flügelmarken 5F, ein Projektvogel von Prof. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld. Über diesen Vogel wird in einem nächsten Blogbeitrag berichtet.

Erfolgreicher Arbeitseinsatz am Rotmilanbrutplatz
Kleiner Rotmilanhorst - wenig Wohnraum
Rotmilanfreunde Andreas Fettig, Robin Jähne und Jörg Westphal (von links)
Mäusebussard mit gelben Flügelmarken 5F

Freitag, 7. November 2014

Lebenszeichen von L7

Gestern erhielt der Rotmilanfreund Heiko Seyer eine erfreuliche Nachricht aus Frankreich. Der Rotmilan L7 wurde als zweijähriger Vogel am 7. November 2013 an dem Ort Hammeville in der Region Lothringen von dem Französichen Naturfreund Guillaume Leblanc mit drei anderen Milanen im Feld gesehen. Somit hatte er schon mal einen Winter überstanden. Hier wird erkennbar, wie wichtig Internationale Zusammenarbeit und Koordination ist, das die Beobachtungen nicht nur gemacht, sondern auch übermittelt werden. L7 gehörte zu einer 3er-Brut aus Vossheide bei Lemgo, die am 31. Mai 2012 durch Prof.Dr.Oliver Krüger und seinem Team von der Uni Bielefeld beringt und mit Flügelmarken versehen wurde. Das Geschwisterchen R3 wurde ebenfalls im Winter 2013 in Spanien entdeckt, das dritte Geschwisterchen wurde leider unter dem Horst gerupft gefunden. Hoffen wir das L7 die Lehrjahre übersteht und bald erfolgreich brütet.

Dienstag, 4. November 2014

Tödliche Dosis

Der Rotmilan der am 15. April diesen Jahres in der Nähe von Borchen gefunden wurde, ist vorsätzlich vergiftet worden. Die Analyse der Auswertung des Befundes im Körper und im Ei, das neben dem toten Rotmilan lag, ergab eine sehr hohe Dosis von Mevinphos, die im Köder verabreicht wurde. Mevinphos ist ein extrem starkes Nervengift, das in der EU seit 2002 verboten ist. "Es handelt sich also zusätzlich um illegale Beschaffung des Giftes, um Beschaffungskriminalität", so Rotmilanfreund Heiko Seyer. 
Das Mittel ist so giftig, dass selbst der Hautkontakt gesundheitsschädlich ist. In den Jahren 2005-2009 war Mevinphos nach Carbofuran und Aldicarb das am dritthäufigsten verwendete Gift, um Greifvögel in NRW umzubringen. Seit 2008 sind Besitz, Anwendung und Verkauf dieser Substanz in Deutschland verboten (HIRSCHFELD 2010). Die Dosis hätte Menschen töten können.
Es wurde bei der Auslegung des Köders in Kauf genommen, das Greifvögel den Köder aufnehmen. Erfahrungen aus vergangenen Fälle zeigen, dass es sich hier meist um eine geziehlte Tötungsabsicht gegenüber den Greifen handelt. Zwischen 2005 und 2013 wurden insgesamt 168 Fälle von Greifvögel-Vergiftungen nachgewiesen. Hier ist das Komitee gegen den Vogelmord in NRW eine wichtige Hilfe bei der Aufklärung. Der Rotmilanfreund Heiko Seyer ist dort seit Jahren aktiv: "Hoffen wir, das die Täter gefunden werden", sagt er.

Vergifteter Rotmilan in Borchen(Kreis Paderborn)

Montag, 3. November 2014

7C in Frankreich

Der lippische Rotmilan 7C ist in Frankreich. Am 20. Oktober 2014 hielt er sich bei Épizon in der Region Champagne Ardenne auf. Beobachtet und gemeldet wurde er von Quentin D’Orchymont, der für die französische Naturschutzorganisation LPO arbeitet. Der Jungmilan hat bereits über 500 Flugkilometer zurückgelegt. Zur Welt gekommen ist er dieses Jahr in einem Brutplatz bei Lage. Zusammen mit seinen Geschwistern wurde er am 5. Juni 2014  von Prof. Oliver Krüger beringt und markiert. 7C ist der zweite Rotmilan aus Lippe, den seine Flugroute ins Überwinterungsgebiet durch die Champagne Ardenne führte. Am 12. Oktober 2012 wurde der Jungmilan RR von Americ Mionnet, auch er ist für die Liga für Vogelschutz tätig, gesichtet. Neben dem Rotmilanschutz betreut die LPO Champagne Ardenne die Vogelwelt am Lac du Der-Chantecoq, dem größten europäischen Stausee. Der Lac du Der ist einer der wichtigsten europäischen Rastplätze für den Grauen Kranich. Aktuell wurde hier Ende Oktober die neue Rekordzahl von über 100.000 rastenden Kranichen registriert. Unser Jungmilan 7C hat, wie mancher der Kraniche am Lac du Der auch, noch eine lange Zugstrecke vor sich. Wohin sie ihn führt, wissen wir nicht. Wir freuen uns auf jeden Fall über diese Beobachtung und bedanken uns recht herzlich bei Quentin D’Orchymont.

Rotmilan 7C auf einem französischen Überlandleitungsmast
Ein Blick durch das Spektiv von Quentin D’Orchymont
Dreierbande mit nestjungem Milan 7C