Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe im Naturwissenschaftlichen und historischen Verein für das Land Lippe e.V. stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Donnerstag, 21. April 2016

Umherstreifen

Unser Jungmilan 4J hat gar nicht gebummelt. Er war schon am 7. April dieses Jahres zurück an seinem Geburtsort (wir berichten). Jetzt streift der Jungmilan umher. Es sind seine Lehrjahre. Bis zur Geschlechtsreife wird er ein eigenes Revier suchen. Wie viele andere Rotmilane auch, wird er dabei versuchen sich später in der Nähe des elterlichen Reviers anzusiedeln. Bis dahin muss er aber viele Gefahren meistern. Kollisonen mit Stromleitungen, Windrädern oder im Straßenverkehr sind möglich, aber er muss auch vor Prädatoren wie dem Uhu auf der Hut sein. Gerade junge, unerfahrene Milane fallen häufig der größten europäischen Eule zum Opfer. Am 21. April, also genau 14 Tage nach meiner Erstbeobachtung in Heßloh, konnte ich bei Hagendonop unseren Rotmilan 4J wiedersehen. Hier ist eines der lippischen Kerngebiete des Rotmilans. Aber auch Schwarzmilane kommen hier vor. Während ich mich über das Wiedersehen mit 4J freute, genoß er nach einer kurzen Flugrunde auf einem Feldgehölz die morgendliche Sonne.

Jungmilan 4J im Flug
Feldgehölz als Ruheplatz
Jungmilan 4J in der Morgensonne

Mittwoch, 20. April 2016

3 Wochen Brutzeit...

... liegen bereits hinter den Donoper Rotmilanen. Die Brutzeit beim Rotmilan ist streng arbeitsteilig. Überwiegend brütet das Weibchen. Das Männchen versorgt es in dieser Zeit mit Nahrung. Gelegentlich bringt es aber neben kleinen Ästen auch Papier oder Plastikfolie als "Nistschmuck" mit zum Horst. Das hat das Donoper Männchen vor einigen Tagen getan. Seitdem hängt ein weißes Stück Folie vom Horstrand herunter. Jetzt erkennt man bereits von weitem den besetzten Rotmilanhorst, wir Menschen, aber auch die Reviernachbarn unserer beiden Donoper Rotmilane.

Gegabelter Stoss und Nistschmuck am Rotmilanhorst

Neues vom Untermieter

Sie teilen sich sich ein gemeinsames Nest. So scheint es zumindest. Die Rede ist von den Donoper Weißstörchen und Graureihern (wir berichteten). Oder haben die Graureiher mit Duldung des Hausbesitzers einfach nur angebaut? Wir wissen es nicht. In den zurückliegenden Jahren ist dabei ein stattliches Nest entstanden. In knapp 14 Tagen werden die Jungen schlüpfen, vermutlich zuerst bei Familie Graureiher, denn sie haben eine etwas kürzere Brutdauer. Auf jeden Fall ist ihnen Gottes Zuspruch sicher. Ihre gemeinsame Kinderstube befindet sich nämlich neben der Donoper Kirche, eines der ältesten Gotteshäuser in Lippe.

Nestinhaber und Untermieter

Donnerstag, 14. April 2016

Regenbogen

Eine Kaltfront zog am Nachmittag durchs Lipperland. Immer wieder kurze Schauer im Wechsel mit anschließender Aufheiterung. Es war typisches Aprilwetter, aber auch Regenbogenwetter. Und so zeigte sich dann auch ein Regenbogen über Blomberg. Genau über einem Rotmilanhorst. Unser lippischer Rotmilanfreund war ganz begeistert.

Rotmilanbrutplatz mit Regenbogen
Rotmilanmännchen nach einem Regenschauer

Mittwoch, 13. April 2016

Rückkehrer 4J

Von den letztjährigen Rotmilanen wurde jetzt, Anfang April der Jungmilan 4J als erster Rückehrer in Lippe gesichtet. Er saß bei Heßloh auf einem frisch umgepflügten Acker und suchte dort nach Nahrung. Der Beobachtungsort liegt weniger als vier Kilometer von seiner Geburtsstätte bei Niewald entfernt. Vielleicht ist er sogar schon dort gewesen und streift jetzt im elterlichen Revier herum. Seine erste erfolgreiche Überwinterung liegt hinter ihm. Das für junge Milane charakteristische helle Band auf dem Oberflügelfedern ist immer noch gut zu erkennen. Seine Eltern haben übrigens, wie viele andere Paare, einen neuen Horst bezogen. 

Rotmilan 4J auf Nahrungssuche
Rotmilan 4J zusammen mit seinen Geschwistern
Rotmilan 4J nach der Beringung

Dienstag, 12. April 2016

Bedrohter Flugkünstler

Noch vor einigen Jahrzehnten war der Kiebitz bei uns in Lippe ein recht verbreiteter Vogel. Heute ist er vielerorts nur noch sehr selten zu sehen oder gar verschwunden. Wie der Rotmilan auch, ist er ein auffälliger Vogel. Markant sind seine akrobatischen Flugspiele und seine typischen „kie-wie“-Rufe. 1996 war der Kiebitz Vogel des Jahres. Vier Jahre später (2000) folgte ihm der Rotmilan. Die Bestände der Kiebitz werden in Nordrhein-Westfalen auf weniger als 15.000 Brutpaare geschätzt. Die Zahlen sind aber stark rückläufig. Bleibt zu hoffen, dass die Programme zum Schutz des Kiebitz erfolgreich sind und nicht nur noch Ortsnamen wie Pivitsheide in Lippe an diesen auffälligen Flugkünstler erinnern.

Kiebitz auf einer Ackerfläche
Gelege mit vier Eiern
Brutplatz zwischen zwei Fahrspuren

Montag, 4. April 2016

Neues von Rotmilan 6A

Rotmilane brüten normalerweise erst ab einem Alter von zwei Jahren. In seltenen Fällen konnte man auch Erstbruten bei einjährigen Vögeln feststellen. Bei "unseren" markierten Milanen liegt bisher erst ein Brutnachweis vor, und zwar von Rotmilan PH, der 2015 vermutlich im Alter von drei Jahren das erste Mal brütete (wir berichteten). So ist es für uns spannend zu beobachten, ob die jetzt festgestellte Revierbesetzung von Rotmilan 6A bei Brüntrup auch zur erfolgreichen Erstbrut führt. Der Milan kam 2014 bei Großenmarpe zur Welt, ist also fast zweijährig. Es handelt sich um ein weibliches Tier, das haben die Blutuntersuchungen durch Prof. Oliver Krüger ergeben. Vier Tage nach der Erstbeobachtung konnte ich heute erneut Rotmilan 6A in Horstnähe beobachten. Dabei kreiste er minutenlang über mir, ohne das ich seine Flügelmarken ablesen konnte. Das gelang mir erst, als er abdrehte und mir dann seine Armdecken präsentierte. Der Horst ist aufgebaut worden, vermutlich auch von 6A und ihrem Partner. Nur der Brutbeginn läßt noch auf sich warten.

Flugbild von Rotmilan 6A