Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Dienstag, 30. Juni 2015

Ausfliegen

Die ersten lippischen Jungmilane können fliegen. Es sind vielfach eher noch Flugversuche. Zaghaft und zögerlich, denn das Fliegen will gelernt sein. Bis sie die hohe Flugkunst ihrer Eltern erlangt haben, vergehen noch zwei bis drei Wochen. Die ersten Versuche enden oft in den horstnahen Ästen und sind manchmal eher eine Bruchlandung. Aber mit jedem Tag werden sie besser. Der Nachwuchs zweier Bad Salzufler Rotmilanpaare gehören zu denen, die jetzt ihre ersten Flugerfahrungen machen. Zur Fütterung oder Nachtruhe kehren sie oft zum Horst zurück. Eines Tages verlassen die Jungmilane ihn aber für immer. Dann gehen sie ihre eigenen Wege.

Jungmilane D6 und G8
Jungmilan D5
Jungmilan B9

Dienstag, 23. Juni 2015

Akinese

Normalerweise verlassen Rotmilanküken den elterlichen Horst nicht bevor sie fliegen können. Das gilt auch für die drei Rotmilanküken aus Lage. Weil sie jetzt beringt wurden, haben die Küken aber gerade genau das machen müssen. Sicher verpackt im Stoffbeutel, wurden sie dafür am Seil zu Boden gelassen. Unten angekommen wurden die drei nacheinander beringt, vermessen und untersucht. Zum Schluß hat jeder seine Flügelmarken bekommen. So kann man die Geschwister zukünftig untereinander, aber auch von jedem anderen Rotmilan unterscheiden. Während der Beringung liegen die Küken mit offenen Augen und geöffnetem Schnabel fast regungslos da. Sie befinden im Zustand der Akinese. Man kann die Tiere jetzt ohne Gegenwehr beringen. Für unsere Beringerin Anna Müller ideal. Küken von Mäusebussard, Habicht oder Turmfalke verhalten sich dagegen oft weniger "beringerfreundlich" und mache Kralle hat ihre Spuren hinterlassen. Unsere drei Lagenser Rotmilanküken waren nach knapp 30 Minuten wieder wohlbehalten im elterlichen Horst zurück. 

Rotmilanküken B4 bekommt seine Flügelmarken
Kopfportrait von Rotmilanküken G9
Rotmilanküken 1B und Geschwister im Horst

Samstag, 20. Juni 2015

Ring fürs Leben

Die Beringung von Vögeln hat in Deutschland eine lange Tradition und ist immer noch eine der wichtigsten Methoden zur Erforschung des Vogelzugs. Weit über 20 Millionen Tiere wurden bisher beringt. Zu ihnen zählen jetzt auch drei Rotmilanküken aus Bad Salzuflen. Neben dem Ring der Vogelwarte Helgoland haben sie auch ihre individuellen Flügelmarken bekommen. Dank der Flügelmarken, die mit Fernglas oder Spektiv gut zu erkennen sind, konnten wir einiges über die Aufenthalte unserer lippischen Rotmilane erfahren. Inzwischen liegen uns mehr als 100 Flügelmarkenablesungen vor. Die Rotmilanküken aus Bad Salzuflen sind von Anna-Katharina Müller beringt worden. Anna gehört zum Wissenschaftlerteam von Prof. Dr. Krüger von der Universität Bielefeld. Attestiert wurde sie dabei von unserem Rotmilanfreund Heiko Seyer. Er ist von Anfang an mit dabei. Seit vielen Jahren setzt er sich für den Schutz von Greifvögeln ein. Heiko ist auch Mitglied im Komitee gegen Vogelmord und war in dieser Funktion bereits viele Male auf Malta. Die Vogelberingung hier in Bad Salzuflen ist für ihn immer wieder ein Höhepunkt bei seinem Einsatz für den lippischen Rotmilan.

Anna und Heiko bei der Beringung von Rotmilanküken B9
Portrait von Rotmilanküken B9
Rotmilanküken B9 im Horst

Freitag, 19. Juni 2015

Erste Fotos von unseren Hauptdarstellern

Die Kamera am Horst des Lagenser Rotmilans hat die ersten Fotos geliefert. Die stattliche Zahl von 3.500, zuviel für die Batterie. Sie hat ihren Geist aufgegeben. Eine neue und deutlich leistungsstärkere Batterie hat Robin inzwischen installiert. Sie liefert jetzt alle 60 Sekunden ein Foto. Es sind schöne Fotos geworden. Sie zeigen eindruckvoll den Tagesablauf bei Familie Rotmilan. Und sie sind auf jeden Fall sehr fotogen, die fünf Rotmilane aus Lage, wie wir alle finden. Die Kolkrabeneltern in der direkten Nachbarschaft, haben ihren Nachwuchs längst großgezogen. Inzwischen haben wir den dreien im Rotmilanhorst einen Besuch abgestattet. Sie besitzen jetzt alle ihren Vogelwartenring und ihre individuellen Flügelmarken. Es dauert nicht mehr lange, dann verlassen auch die drei jungen Rotmilane von Lage den elterlichen Horst.

Gut bewacht die drei Küken
Vater Rotmilan bringt eine Maus
Mutter Rotmilan ganz nah bei ihren Kindern
Hat es da nicht klick gemacht

Freitag, 5. Juni 2015

Lippischer Rotmilan brütet in Herford

Vor einigen Tagen hat uns Prof. Dr. Oliver Krüger angerufen. Unser Rotmilanweibchen PH brütet erfolgreich im Kreis Herford. Eine tolle Nachricht. Denn es ist der erste Brutnachweis eines lippischen Rotmilans mit Flügelmarken. Das Rotmilanweibchen PH kam 2012 bei Heiden zur Welt. Im selben Jahr wurde sie von Oliver Krüger zusammen mit zwei weiteren Küken im Horst beringt und markiert. Geburtstätte und Brutplatz liegen knapp 23 Kilometer voneinander entfernt. Jetzt versorgt unser Rotmilan zusammen mit seinem Partner drei Küken. Sie sind putzmunter und bei guter körperlicher Verfassung. Davon konnte ich mich selbst überzeugen. Denn das Wohl dieses lippischen Rotmilans liegt uns am Herzen, auch wenn sie jetzt Herforderin geworden ist. Einen Rotmilan interessieren diese lokalen Befindlichkeiten natürlich nicht.

Rotmilan PH über Brutplatz
Nachwuchs von Rotmilan PH
Nestjunger Rotmilan PH


Sonntag, 31. Mai 2015

Mäusebussard UC

Wir haben über den Mäusebussard mit den Flügelmarken UC bereits berichtet. Das letzte Mal Anfang Juni 2013. Damals sah ich ihn in Herford auf einer Greifvogelsitzstange an der Elverdisser Straße. Jetzt, fast zwei Jahre später, saß er wieder auf dieser besagten Sitzstange. Inzwischen ist der Mäusebussard vierjährig und hat hier sein eigenes Revier. Vermutlich zieht er in diesem Jahr bereits eigene Junge groß. Er selbst kam 2011 bei Westhoyel zur Welt. Im gleichen Jahr wurde er von Prof. Dr. Oliver Krüger und seinem Team von der Universität Bielefeld beringt und markiert. Wie jeder Mäusebussard hat auch UC in seinem Revier langjährig bevorzugte Jagdansitze. So wie diesen hier am Rückhaltebecken. Wie sich die Bilder gleichen.

Mäusebussard UC am 4. Juni 2013
Mäusebussard UC am 30. Mai 2015

Samstag, 30. Mai 2015

Sammelplätze im Mai

Der Rotmilan gilt als sehr geselliger Vogel. Typisch für ihn ist die Bildung von gemeinsamen Rast- und Sammelplätzen. Vor allem im Herbst, aber auch im Überwinterungsgebiet, sieht man solche Ansammlungen recht häufig. Aber auch jetzt Ende Mai treffen sich Rotmilane zu größeren Gruppen. Meistens sind es Trupps von jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tieren. Ihnen schließen sich mitunter auch Rotmilanpaare an, die nicht brüten oder einen Brutverlust hatten. Dabei werden von den Rotmilanen oft kleinere Bäume mit abgestorbenen Kronenästen angeflogen. Hier sitzen sie mitunter sehr dicht beieinander und das manchmal über mehrere Stunden. Zwischen Lemgo und Blomberg gibt es einige solcher tradionellen Sammelplätze. In den letzten Maitagen konnte man in der Feldflur bei Hagendonop sogar bis zu zehn Rotmilane gleichzeitig auf einem Rastbaum beobachten. Manchmal werden diese Sammelplätze von einen Tag auf den anderen wieder aufgegeben und werden dann nur noch von wenigen oder sogar anderen Tieren genutzt.

10 Rotmilane zusammen mit 1 Schwarzmilan und 1 Rabenkrähe