Unsere Ziele:

Die Arbeitsgemeinschaft der Rotmilanfreunde Lippe im Naturwissenschaftlichen und historischen Verein für das Land Lippe e.V. stellt in diesem Blog ihre Arbeit vor. In Lippe befindet sich ein Dichtezentrum der Rotmilanverbreitung. Die lippischen Rotmilane werden kartiert und erforscht, um einen optimalen Schutz zu ermöglichen.

Mittwoch, 16. April 2014

Toter Rotmilan im Nachbarkreis - Vergiftung?

Soeben erreichte die Rotmilanfreunde eine alarmierende Meldung aus der Nachbarschaft: Es wurde ein vermutlich vergifteter Rotmilan gefunden. Hier die Meldung:
"Grausiger Fund bei Borchen. Ulrich Eichelmann findet nachmittags am 15. April einen toten Rotmilan auf einem Acker.  Der frischtote  Vogel weist alle Anzeichen einer Vergiftung auf. Die Fänge des Vogels sind verkrampft, im Schnabel des Vogels liegt ein angefressenes Hühnerei, ein weiteres Ei liegt wenige Meter daneben am Feldrand.  Die herbeigerufene Polizei verzichtet trotz der eindeutigen Sachlage darauf, den Vogel als Beweismaterial zu sichern und veterinärmedizinisch untersuchen zu lassen.  Der Finder hat den Vogel daraufhin einem Mitarbeiter der Biologischen Station zur Einleitung veterinärmedizinischer  und toxikologischer Untersuchungen übergeben .
Mehr als die Hälfte des weltweiten Rotmilanbestandes brütet in Deutschland. Wir haben die allergrößte Verantwortung für den Erhalt dieser imposanten, einmaligen Vogelart. Der  Rotmilan ist gefährdet durch Verschlechterung der Nahrungssituation auf landwirtschaftlichen Flächen, durch Störungen im Horstbereich, durch Kollisionen an Windrädern und leider auch durch Verfolgung.
Direkte Verfolgung gehört weiterhin zu den wichtigen Ursachen für den Rückgang von Greifvögeln. Von 2005 bis 2009 hat Hirschfeld in NRW allein 189 Fälle dokumentiert (Hirschfeld 2010) . Die häufigste Methode ist hierbei die Vergiftung.  Die Dunkelziffer wird wesentlich höher liegen. Die Motivlage für diese Straftaten liegt oft in einem falschen Naturverständnis, das davon ausgeht, das die Bestände des Niederwildes durch Greifvögel geregelt werden. 
Die Verfolgung von Greifvögeln ist eine Straftat. Wichtig für die Abschreckung ist es, dass Fälle entdeckt und zur Anzeige gebracht werden.  Jeder Mitbürger kann helfen, in dem er aufmerksam durch die Natur geht. Tote Greifvögel mit typischen Vergiftungssymptomen (verkrampfte Krallen, Ausfluss aus dem Schnabel,  eventuell Köder im Schnabel,  Fleischreste oder Hühnereier in der Nähe) sollten der Polizei gemeldet werden.  Wenn Verdacht auf eine Straftat vorliegt, muss die Polizei ermitteln und auch Beweise sicherstellen."
Auch wenn in Lippe die letzte Vergiftung einige Zeit zurück liegt, so ist doch Aufmerksamkeit geboten. Alle Natur- und Rotmilanfreunde sollte darauf achten und im Zweifelsfall die Polizei informieren. Denn manche Giftköder können auch für Haustiere (Hunde, Katzen) und auch für Kinder gefährlich sein.

So sah es in Lippe aus: Ein totes Weibchen liegt auf seinen drei, ebenfalls qualvoll verendeten Jungen.

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